Stimmlich ganz nah am Original

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Neue Osnabrücker Zeitung vom 20.08.2017

Stimmlich ganz nah am Original    

Bemerkenswert dabei waren der fulminante Live-Orchestersound und die täuschend ähnliche Stimme von Hubby Scherhag. Wenn man die Augen schloss, hätte man den Eindruck haben können, dass es der echte Udo Jürgens ist, der in diesem Moment „Siebzehn Jahr, blondes Haar“ ins Mikrofon sang. „Leider ist er viel zu früh von uns gegangen“, sagte Scherhag über den österreichischen Sänger, den er auf der Bühne darstellt. Doch gab er nicht nur die eine oder andere Erklärung oder Anmerkung zum Programm, sondern er suchte auch während der gesamten Vorstellung den Kontakt zum Publikum.

„Singen, klatschen, tanzen Sie hier“, forderte Scherhag alias Jürgens die Konzertbesucher auf und erklärte, „wir machen das hier auch.“ Zwischen 800 und 900 gut aufgelegte Besucher waren zur Waldbühne gekommen, um sich die Tributeshow anzusehen und anzuhören. Dabei erwies sich das Publikum größtenteils als außerordentlich textsicher, wie der eine oder andere Song, den Scherhag im Wechsel mit seinem Publikum sang. Mit Lob sparte der Frontmann nicht, als er über die Waldbühne sprach. „Als wir heute Nachmittag hier herkamen, dachten wir: jetzt kommt gar nichts mehr – und dann war da diese wunderbare Bühne mitten im Wald“, sagte Scherhag und fügte bewundernd hinzu, „ganz toll.“

Anhand von verschiedenen Musiker-Solos stellte Scherhag alias Jürgens die Mitglieder des Sahnemixx-Orchesters vor, das von Achim Brochhausen geleitet wird. Großes Lob muss dem Saxofonisten Ralf Frohnhöfer gezollt werden sowie dem Gitarristen Timo Schulz. Mit Rolf „Capo“ Mayer stand sogar ein Mitglied der Pepe Lienhard Band auf der Bühne, die viele Jahre zusammen mit Udo Jürgens auf Tournee ging. Für eine formidable stimmliche Ergänzung des Orchesters sorgte Andrea Neideck, die das eine oder andere Duett mit Scherhag zum Erlebnis werden ließ, aber auch in zwei Soloauftritten glänzte, zum Beispiel beim Song „New York, New York“.

Ob „Griechischer Wein“ oder „Im Tante-Emma-Laden“ bis hin zum unvermeidlichen „Merci, Cherie“, die Konzertbesucher wurden mit der ganzen Palette der Udo-Jürgens-Ohrwürmer oder Evergreens verwöhnt. Dazu hatte sich Scherhag Mimik und Gestik des Originals angeeignet. Auch die Garderobe stimmte und auf dem Klavier standen Gläser mit Kamillentee, den der echte Udo sehr geschätzt haben soll. Folglich kamen Fans des Sängers, Musikers und Komponisten beim Konzertabend auf der Waldbühne voll auf ihre Kosten und eine Vielzahl sang begeistert mit, so dass zum Schluss Scherhag, der inzwischen wie das Original den weißen Bademantel angelegt hatte, lobte: „Mensch, das ist ja toll: Die Fischer-Chöre in Ahmsen.“

 

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